Cumbach nicht nur ein Stadtteil !

Cumbach Cumbach Der obere Teil Cumbachs auf dem Hügel ist älter als die erst später besiedelten Flurgebiete in der Nähe des südlichen Ufers der Saale.
Die Saale trennte von jeher Cumbach von Rudolstadt und umgekehrt. Und doch gab es immer Verbindungen zwischen den Bewohnern aller Stände.
Im oberen Teil Cumbachs unterhielten die Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt genau gegenüber ihrer Residenz der Heidecksburg eine Orangerie, deren Gebäude heute als Altersheim genutzt werden.
Im unteren Teil nutzte die Bevölkerung die "Bleichwiese" zum Waschen, Trocknen und Bleichen ihrer Wäsche.
Es gab Fähren und Brücken über die Saale, deren malerische Ufer auch zu Spaziergängen einluden und einladen, nicht nur Schiller schrieb darüber...
Inzwischen locken viele Ausflugsziele, z.B. Marienturm, Schillershöhe oder die Bauernhäuser in nachwievor schöner Landschaft Besucher aus nah und fern nach Cumbach.

Cumbach ist zugleich auch Wohn- und Arbeitsstätte. Die Saale-Eisenbahn-Linie verläuft parallel zur Saale an Cumbach vorbei. Es gibt von der Stadt aus jetzt 3 Brücken nach Cumbach: Die Elisabethbrücke für Fußgänger mit Unterführung und die Stadtbrücke, die bis Ende Oktober 2004 für Fahrzeuge bis offene Schranke geschlossene Schranke 24 Tonnen zugelassen war, ebenfalls mit Fußgängertunnel und seit 29.10.2004 die neue Brücke.

Solange die Bahnschranken an der alten Stadtbrücke nicht geschlossen waren, war also Cumbach für die meisten gut erreichbar. Doch gerade diese Bahnschranken erwiesen sich häufig als schier unüberwindliche Barriere.
Die letzten Jahre vor Einweihung der neuen Brücke betrug die tägliche Schließzeit ca. 19 Stunden. Das waren also über 80 Prozent des Tages! Aber das gehöhrt nun der Vergangenheit an. Allerdings müssen alle jetzt einen Umweg über die neue Brücke in kauf nehmen: Autofahrer ca. 1,4 km pro Fahrt von oder nach Cumbach; und Fußgänger, sowie Rollstuhl- und Radfahrer können zwar nachwievor die alte Stadtbrücke nutzen, müssen aber jetzt durch den neuen Tunnel unter den Bahnschienen hindurch, um von Cumbach nach Rudolstadt oder umgekehrt zu gelangen. Für Rollstuhlfahrer ist dies aufgrund der hohen Steigung der Rampe allein so gut wie unmöglich und für Gehbehinderte sind die Treppenstufen leider sehr ungünstig und ebenfalls mit zu hohem Abstand angelegt.
Stau aus der Vogelperspektive Mindestens 30 Jahre vor dem Bau der neuen Brücke wurde das Problem diskutiert, was passiert, wenn in Cumbach dringend ein Krankenwagen benötigt wird, oder wenn es brennt oder im Gewerbegebiet eine Havarie ausbricht und die Schranken geschlossen sind.
 
Nun führt die neue Brücke nicht nur über die Saale, sondern auch über die Bahnschienen.
 
Der tägliche Stau, der sich nicht nur zu Feierabend- und Volksfestzeiten bis nach Obercumbach und am Bahnhof vorbei, also Rudolstadts Mitte erstreckte, war leider schon zur Gewohnheit geworden und wird zumindest von Rudolstädter Seite her leider zumindest zeitweise erhalten bleiben, weil die Cumbacher Abfahrt von der B88 vor der Ampel wegfällt.

Bleibt zu hoffen, daß bis zum Umbau der Straßenführung, die diesen Stau hoffentlich entschärft, nicht wieder über 30 Jahre vergehen und Touristen und/oder potentielle Gewerbe- und Industrieansiedler es hoffentlich nicht vorziehen, den Stau großräumig zu umfahren!


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home back to top © Karin Vogler, Rudolstadt