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(Diese Beschreibung stellt nur eine Übersicht dar.) Als kleinen Vorgeschmack auf eine richtige Stadtführung möchte ich die Besucher Rudolstadts im Residenzstädtchen am Saaleknie herzlich begrüßen. Wir beginnen unseren Rundgang durch Rudolstadt am Busbahnhof, der an den Anger grenzt. Auf dem Anger, insbesondere auf dem Oberanger fand von 1722 bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts jährlich das über die Grenzen Thüngens hinaus bekannte Volksfest Vogelschießen statt, bevor es um 1960 auf die Bleichwiese an´s andere Ufer der Saale zog. Wir gehen ein paar Schritte weiter zum Großen Haus des Theaters, vorbei an der ehemaligen Pörzbierhalle, die jetzt als Studiobühne dient, zur Schillerbüste. Wir überqueren die durch die Stadt führende Bundesstraße 85, die hier gemeinsam mit der B 88 verläuft und ein Teil eines uralten Handelsweges zwischen Nürnberg und Leipzig war. An der Stelle des einstigen Gasthauses zum Ritter, in dem der deutsche Philosoph Artur Schopenhauer seine Dissertation verfaßte, steht jetzt ein neuer großer Gebäudekomplex - die Galeria Rudolstadt. Rechts hinter der Post führt die Straße zur Rudolstädter Sternwarte, die im Jahre 1969 erbaut wurde. Wir aber begeben uns in die Schillerstraße, die zu Schillers Zeiten Neue Gasse hieß und diesem Namen auch gerecht wurde, denn sie war gerade am Rande der damaligen Stadt angelegt worden. Die heutigen dichten Häuserzeilen entstanden erst später. Friedrich Schiller wohnte 1787 und im darauffolgenden Jahr mehrmals im dort befindlichen Gasthaus zur Güldenen Gabel, von wo aus er direkt auf das heutige Haus Nr. 25 schauen konnte. Dort wohnte Charlotte von Lengefeldt mit ihrer Mutter und Schwester. Dieses Gebäude, in dem sich 1788 Goethe und Schiller erstmals begegneten, ist jetzt unser Schillerhaus mit Museum, Gaststätte u.v.m. In dieser Straße wohnten auch mehrere Musiker Rudolstadts, so beispielsweise Eberwein und Scheinpflug. Auch der Greifenverlag war am Ende der Schillerstraße ansässig, bevor er auf die Heidecksburg umzog. An der Kreuzung zur Weinberstraße lädt der romantische Blick zur Heidecksburg zum Verweilen und einem Erinnerungsfoto ein. Wir laufen vorbei an einem der Schloßaufgänge zur Alten Straße, die auf dem einstigen Burgwall errichtet wurde, wie auch ihre Form heute noch verrät. Hier wohnte Richard Wagner 1834 für ein paar Wochen. Wir biegen nach links ab auf den Neumarkt, den früheren Töpfermarkt, auf dessen rechter Seite der Komplex des Gerichtsgebäudes beginnt. Danach gehen wir von der Mangelgasse aus in den Handwerkerhof, der 1992 als Kleinod aus dem ehemaligen Berhardinenstift und dem Kleinen Stift nebenan entstand. Man versuchte hier, typische Gewerke Thüringens anzusiedeln. In der Stiftsgasse angekommen, wandeln wir auf der ersten Hauptstraße und künftigen Touristenflaniermeile Rudolstadts. Über die Töpfergasse erreichen wir den Marktplatz mit seinem 8-eckigen schöngestalteten Brunnen, der vom Baumeister Junot, einem Verwandten Friedrich Schillers erbaut wurde. Viele Häuser um den Markt sind sehr alt und aus Fachwerk, was man ihnen von außen nicht ansieht, weil es vor etwa 200 bis 300 Jahren im alten Rudolstadt eine Brandschutzbestimmung gab, die besagte, daß sämtliche Fachwerke zu überputzen sind. Unser heutiges Rathaus war zunächst fürstliche Kanzlei und erhielt 1911 seine neue Funktion. Wir gehen nun vorbei am Alten Rathaus mit der Historischen Bibliothek und dem Stadtarchiv zur Stadtkirche, auch St. Andreas Kirche genannt, in deren Turm sich u.a. die Glocke, namens Osanna befindet, die Friedrich Schiller zu seinem Gedicht "Die Glocke" inspiriert hat. Gegenüber befindet sich die Ludwigsburg, die jetzt den Landesrechnungshof Thüringens beherbergt. Das "Haus mit der Glocke" aus Schillers Zeiten befindet sich am anderen Ende der Burgstraße und damit vom Stadtrundgang etwas zu weit entfernt. Auch die Bauernhäuser im Stadtteil Cumbach und viele weitere Objekte und Details würden den Rahmen unseres 2-stündigen Ausflugs durch die Rudolstädter Altstadt sprengen. Deshalb gehen wir über den Schulplatz, den Boulevard und die Bahnhofsgasse zurück zum Bahnhofsvorplatz, der an unseren Ausgangspunkt, den Busbahnhof grenzt. Die Zeit war wie immer viel zu kurz, um Rudolstadt ausreichend kennenzulernen. Auf jeden Fall sollte sich ein Spaziergang zur Heidecksburg anschließen, wo man an einer Führung durch die prunkvollen Festräume teilnehmen und zahlreiche Museen besichtigen kann. Außerdem laden die schöne Landschaft und viele weitere Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele zu einem interessanten Aufenthalt in Rudolstadt ein. |
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